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Dt. Rollstuhltennis Meisterschaften

Rollstuhltennis-DM 2021: Alle Fakten und Ergebnisse

Bei den 32. Deutschen Meisterschaften (DM) im Rollstuhltennis in Leverkusen trafen am Wochenende in der Leistungssport-, Breitensport- und Quad-Klasse insgesamt 20 Sportler*innen aufeinander. Bianca Osterer, Anthony Dittmar und Felix Liecke sicherten sich die ersten Plätze.

Nach der langen Turnier- und Trainingspause durch die Corona-Pandemie - auch die DM 2021 musste von Juni auf September verlegt werden - zeigten die Spieler*innen sehr gute sportliche Leistungen und viel Wettkampflust. So war auch der Bundestrainer für Rollstuhltennis und DTB Referent für Inklusion und Parasport, Niklas Höfken, äußerst zufrieden mit dem Turnier: „Unsere Breiten- und Leistungssportler*innen haben in den zurückliegenden Monaten viele Unsicherheiten und Unterbrechungen auf sich nehmen müssen. Dass sie trotzdem am Ball geblieben sind und hier dieses hohe Niveau zeigen, ist ein großer Erfolg.“

Die DM auf der barrierefreien Anlage des RTHC Bayer Leverkusen dominierte dieses Jahr in der Leistungssportklasse erneut der Sieger der letzten zwei Jahre, Toni Dittmar. Der für den Kölner TC Weiden antretende gebürtige Göttinger verteidigte gegen seinen Final-Kontrahenten und Nationalmannschafts-Kollegen Sven Hiller aus Berlin-Zehlendorf den Titel im Einzel klar mit 6:0 und 6:1 - und das trotz einer akuten Handgelenksverletzung.  

Besonders heraus stach der erst 19-jährige Nachwuchsspieler Christoph Wilke aus Meerbeck bei Hannover, dem der Bundestrainer eine herausragende Entwicklung bescheinigt. Diese zeigte er vor allem im Doppelfinale, das er zusammen mit seiner Partnerin Bianca Osterer in einem hart umkämpften Match gegen die beiden Berliner Sven Hiller und Marcus Laudan knapp mit 6:7, 6:3 und 5:10 (Matchtiebreak) verlor. „Solche starken Matches zeigen, dass sich das nationale Rollstuhltennis in den letzten Jahren sehr gut entwickelt hat, auch weil sich unsere Turnierlandschaft in Deutschland zusehends professionalisiert“, resümiert Höfken. Hier verweist der Deutsche Tennis Bund auch auf das zusammen mit der Gold-Kraemer-Stiftung 2020 ins Leben gerufene „DTB Rollstuhltennis-Race“, eine nationale Turnierserie mit Ranglistenwertung für Breiten- und Nachwuchssport. Viele neue Talente empfehlen sich durch ihre Ergebnisse beim Race überdies langfristig auch für den internationalen Wettkampf.

Diesen hat auch der 29-jährige Felix Liecke aus Hildesheim im Blick, der erst vor anderthalb Jahren zum Rollstuhltennis kam. Bereits vor einer Woche bewies er sein Potenzial bei den 10. Offenen Kölner Rollstuhltennis-Meisterschaften und ging als Sieger im Einzel und Doppel vom Platz. Diese Leistungen konnte er bei der DM erneut abrufen und gewann auch in Leverkusen sein Einzel gegen Linda Wagemann aus Erlangen souverän mit 6:1 und 6:1 sowie das Doppel mit ihr gemeinsam gegen Alexander Subat aus Lahr und Wojcieck Sak aus Aschaffenburg mit 6:3 und 6:2. Auch wenn er gerne schon nächstes Jahr in den Leistungssport wechseln würde, weiß er, dass er seine Trainingsintensität und vor allem den nötigen Zeiteinsatz noch einmal stark anpassen muss. Derzeit trainiert er in seinem Heimatverein HTV Hildesheim einmal pro Woche und ein zweites Mal in der Tennisbase Hannover, einem von insgesamt vier DTB-Bundesstützpunkten.   

Mit Bianca Osterer vom SV Alemannia Kamp ging ein bekanntes Gesicht des deutschen Rollstuhltennis bei der DM an den Start. Die ehemalige Weltranglisten-Vierzehnte (2013) konnte sich in der Quad-Klasse (Leistungsklasse für Spieler*innen mit zusätzlich körperlichen Einschränkungen der oberen Extremitäten) gegen Marcus Laudan in einem hart umkämpften Match auf Augenhöhe mit 6:3 und 7:6 durchsetzen. In der Quad-Klasse treten auch international Damen und Herren gegeneinander an.

Für den DTB sind die Deutschen Meisterschaften eine wichtige Bestandsaufnahme mit Blick auf den Nachwuchs-, Breiten- und Leistungssport. Dazu DTB Vizepräsidentin Dr. Eva-Maria Schneider: „Die Deutschen Meisterschaften im Rollstuhltennis zeigen jährlich das Potenzial der Sportart in unserem Land. Wir wollen in den kommenden Jahren Rollstuhltennis noch mehr in die regionale Breite bringen. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit mit den DTB Landesverbänden und den Tennis-Vereinen vor Ort der Schlüssel zum Erfolg.“ In Kooperation mit der Gold-Kraemer-Stiftung als Initiatorin des Projektes „Tennis für Alle“ setzt der DTB darauf, mit gezielter Aufklärung, Fortbildung und regionalen Aktionstagen immer mehr Vereine, Trainer*innen und Spieler*innen für den inklusiven Tennissport zu gewinnen. „Von Inklusion im Tennis, von Trainings- und Wettkampfangeboten für Menschen mit Beeinträchtigung profitieren nicht nur die Sportler*innen, sondern das Vereinsleben insgesamt“, so Schneider.

 

Bild: Marc Hunold/Tennisverband Mittelrhein

2020 - Dittmar und Osterer verteidigen Titel

Die 31. Deutschen Meisterschaften im Rollstuhltennis waren ein voller Erfolg.

Toni Dittmar im Herren-Einzel und Bianca Osterer im Quad-Einzel konnten ihre Erfolge aus dem vergangenen Jahr wiederholen. In der Nachwuchs-Konkurrenz setzte sich die 13-jährige Ela Porges durch und den Titel im Breitensport-Feld sicherte sich Markus Wasmund.

Leverkusen. 32 Teilnehmende aus dem ganzen Bundesgebiet kämpften vom 02. – 04. Oktober 2020 auf der Anlage des RTHC Bayer Leverkusen um die begehrten Titel der Deutschen Meisterschaften im Rollstuhltennis. Coronabedingt war das Turnier, das normalerweise im Juni hätte stattfinden sollen, zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Alle Verantwortlichen sowie die Sportler*innen zeigten sich sichtlich begeistert, dass der für das deutsche Rollstuhltennis wichtigste nationale Wettkampf des Jahres 2020 doch noch nachgeholt werden konnte.

Dass die Deutschen Meisterschaften als Turnierevent alle Startklassen zusammenbringen, macht sie zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung: Neben den Leistungssport-Konkurrenzen im Einzel der Herren und Quads, der Klasse für Spieler*innen mit einer Einschränkung von mindestens drei Extremitäten, gingen auch Nachwuchs- und Breitensportler*innen an den Start.

Bei den Junior*innen setzte sich Ela Porges aus Seeheim in einem spannenden 3-Satz-Finale gegen ihren Gegner John Brendahl aus Bonn durch – beide Talente nutzten die Deutschen Meisterschaften, um auf sich aufmerksam zu machen und parallel von den Profis zu lernen. „Wie schnell die Fahren und wie hart geschlagen wird, finde ich super beeindruckend. Dafür muss man viel trainieren. Auf meinen Sieg bin ich auch stolz“, freut sich Porges, die jetzt schon ihre Zusage für den 1. Deutschen Rollstuhltennis-Workshop im November 2020 gegeben hat – ein neues DTB-Trainingsevent mit Rollstuhltennis-Profispieler*innen und Bundestrainerteam.

Siegerin Ela Porge, Platz 2 John Brendahl (v.l.)
Sieger Markus Wasmund, Platz 2 Christian Burg (v.l.)

Auch die Teilnehmenden der Breitensport-Konkurrenz zeigten starke Matches und viel Potenzial. „Ich habe schon laufend Tennis gespielt. Nun auch nach meinem Unfall im Rollstuhl weiterzumachen und Deutscher Meister im Breitensport zu werden, ist wirklich emotional für mich. Das motiviert mich extrem, denn ich will noch viel besser werden“, resümiert der Wilhelmshavener Markus Wasmund, der im Finale gegen Christian Burg aus Montabaur gewann.

Bianca Osterer aus Kamp-Lintfort triumphierte erneut in der Quad-Konkurrenz. Sie konnte bereits im vergangenen Jahr als einzige Frau in einem ansonsten männlich dominierten Feld den Titel gewinnen und überzeugte auch 2020 in Leverkusen mit einer durchweg konstanten und mutigen Spielweise. Im Finale schlug sie den Berliner Marcus Laudan. Osterer: „Ich bin wirklich dankbar für das Turnier und hoffe, dass ich bald auch wieder international spielen kann. Tennis ist einfach mein Leben.“

Siegerin Bianca Osterer, Platz 2 Marcus Laudan (v.l.)
Sieger Toni Dittmar, Platz 2 Sven Hiller (v.l.)

Auch in der Leistungssport-Konkurrenz der Herren wurde ein letztjähriger Titel bestätigt. Toni Dittmar aus Köln stand hier seinem langjährigen Mannschaftskameraden und Freund Sven Hiller gegenüber. Beide machten ihr Finale zum unbestrittenen Highlight des Turniers mit rasanten Fahrmanövern und beeindruckenden Ballwechseln. „Der Teppich in der Leverkusener Halle ist extrem schnell und gar nicht so leicht zu spielen. Doch ich habe die richtigen Mittel gefunden und konnte meine Spielstrategie gut anpassen. Um wieder Deutscher Meister zu werden, habe ich hart trainiert und das hat sich ausgezahlt“, resümiert der 25-Jährige Dittmar.

Verantwortlich für das Turnier zeichnete sich das Team um Niklas Höfken, DTB-Referent für Inklusion und Parasport und gleichzeitig Rollstuhltennis-Bundestrainer im Deutschen Behindertensportverband. „Alle, die gesehen haben, was am Wochenende im RTHC geleistet wurde, verstehen, wie faszinierend Rollstuhltennis ist und warum diese großartige Disziplin noch mehr gefördert werden muss. Der DTB und die Gold-Kraemer-Stiftung gehen mit ihrem Programm ‚Tennis für Alle‘ genau den richtigen Weg, um stetig die Strukturen zu verbessern. Das lässt sich sehr gut an der Entwicklung der Rollstuhltennis-DM ablesen“, blickt Höfken zufrieden auf die Veranstaltung zurück und betont das gut funktionierende Orgateam aus DTB, Stiftung, RTHC und dem ausrichtenden Tennisverband Mittelrhein.

Im kommenden Jahr sollen die Wettkämpfe wieder in Leverkusen stattfinden, anvisiert wird dabei allerdings der reguläre Termin im Sommer.

Text: Niklas Höfken, DTB-Referent

Foto-credit: Stefan Brendahl

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