Jonna Thiebes auf dem Weg in die U19-Nationalmannschaft
Die internationale Juniorenregatta auf der Regattastrecke in Hamburg-Allermöhe startete am vergangenen Freitag mit den Ranglistenrennen im Kleinboot, die bereits eine Vorauswahl der Athletinnen und Athleten mit sich bringen, die nach der Deutschen Jahrgangsmeisterschaft zu den U19- und U23-Nationalmannschaften nominiert werden. Damit ist die Regatta für diese Altersklassen praktisch die wichtigste im Regattakalender.
Für Jonna Thiebes und ihre Partnerin Meike Mattheis (Mülheim/Ruhr) ging es darum, im Zweier die guten Ergebnisse von München und Köln zu bestätigen und im A-Finale möglichst weit nach vorne zu fahren, um bereits in der Vorselektion ihre Bootsplätze abzusichern.
Den Vorlauf am Freitagmittag entschieden sie mit einem Start-Ziel-Sieg für sich, wenn auch mit einem knappen, aber kontrollierten Vorsprung von einer Sekunde. Drei Stunden später stand das Halbfinale an, in dem sie lediglich dem Boot vom Hamburger Alster-Ruderverein den Vortritt lassen mussten. Als Zweite qualifizierten sie sich sicher für das A-Finale, das am Samstagvormittag bei deutlich schwierigeren Wasser- und Windbedingungen ausgetragen wurde.
Zunächst behaupteten Meike und Jonna hinter dem Alster-RV wie im Halbfinale den zweiten Platz und hatten auch nach 1500 m noch knapp 1,5 Bootslängen Vorsprung auf das Boot aus Stuttgart und Heidelberg. Dieses mobilisierte auf den letzten 500 m nochmals alle Kräfte und zog an Mülheim/Leverkusen vorbei, aber der dritte Platz für Jonna und Meike geriet nicht mehr in Gefahr.
Damit landeten sie in der Rangliste einen Platz weiter vorne als im Vorjahr und sicherten wie erhofft ihre Rollsitze in der Nationalmannschaft ab, was nach der Rückenverletzung von Jonna im Winter und der nachfolgenden Trainings- und Wettkampfpause einem kleinen Wunder gleichkommt und für große Freude bei allen Beteiligten sorgte.
Die letztendlichen Bootsbesetzungen in Zweier, Vierer und Achter werden jedoch auf den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften ausgefahren, die in zweieinhalb Wochen in Krefeld auf dem Elfrather See stattfinden. Die Meisterschaften müssen von Essen wegen dortigen starken Wachstum von Wasserpflanzen verlegt werden.
Im Hinblick darauf wurden die Rennen im Vierer und Achter am Sonntag mit den Athletinnen aus ihren jeweiligen Regionalgruppen besetzt.
Sowohl im Vierer mit zwei Kolleginnen vom Ruderklub am Baldeneysee Essen als auch im Achter erreichten Mattheis/Thiebes sehr gute zweite Plätze.
Jette Krieg und Anike Hauswald (Bonn) erreichten am Samstag im Juniorinnen B-Doppelzweier Platz 5 und zusammen mit dem Kölner RV im gesteuerten Doppelvierer Platz 6.
Am Sonntag ging es im Doppelzweier im vierten Lauf sehr knapp aus. Mit nur 64/100 Sekunden belegten sie Rang zwei, während es im Doppelvierer erneut der sechste Platz wurde.Die Leichtgewichts-Junioren A begannen die Regatta mit dem Vierer ohne, in dem Samuel Blöcher und Juri Sagurna gemeinsam mit dem Berliner Ruderclub an den Start gingen. Zunächst auf Platz 5 liegend schob sich diese neue Kombination bis zur 1500 m-Marke auf Platz drei vor und behauptete diesen auch bis ins Ziel.
Blöcher/Sagurna zeigten später im Zweier ein tolles Rennen, in dem sie von Beginn an auf Tuchfühlung zu dem zunächst führenden Boot aus Bad Kreuznach waren, nach der 1000 m-Marke die Führung übernahmen und diese auf der Ziellinie mit 0,77 Sekunden Vorsprung verteidigten.
Am Sonntag behielt nur der Zweier aus München und Schleißheim die Oberhand, und dies denkbar knapp mit 13/100 Sekunden, während die Vierer-Kollegen aus Berlin mit klarem Abstand auf Platz 3 einkamen.
Im Achter, zusammen mit den anderen schnellsten Zweiern und gesteuert von Jule Bolten entwickelte sich ein extrem spannendes Rennen, das die Kombination aus Leverkusen, Berlin und Bad Kreuznach mit exakt einer hundertstel Sekunde Vorsprung für sich entschied.
Esteban Lux wurde in seinem Auftaktrennen im Einer bei schwierigen Bedingungen mit gut einer halben Länge Rückstand Zweiter, mit einer Länge Vorsprung auf den Dritten.
Auch er startete im Achter, bereits am Samstag mit Ruderern aus Offenbach, Stuttgart, Heidelberg, Witten, Bad Honnef und Berlin und erruderte einen sicheren Sieg.
Am Sonntag erreichte er im gesetzten ersten Lauf des Einers einen guten vierten Platz.
Weniger gut klappte es im Doppelvierer mit Berlin, Rauxel und Sorpesee. Die Crew wurde zwar mit 27/100 Sekunden Rückstand auf Platz 2 drittes Boot, aber der Abstand nach vorn war doch recht groß, so dass dies nicht weiter verfolgt wird.
Jule Bolten konnte sich im Einer am Samstag aufgrund ihrer Mehrfachbelastung durch die anstehenden Abiturprüfungen anders als in Köln nicht in Szene setzen. Außerdem plagte sie eine Erkältung, weshalb Trainer Ralf Müller sie für den Sonntag im Einer abmeldete.
Mit drei Siegen, vier zweiten, drei dritten, einem vierten und je zwei fünften und sechsten Plätzen war die Regatta in Hamburg für den RTHC eine der erfolgreichsten der letzten Jahre. Die Trainer Ralf Müller und Takatomo Furumai waren entsprechend zufrieden und schauen zuversichtlich auf die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Essen.
Timo Krings als Athlet der U23-Altersklasse startete in Hamburg nicht bei den Ranglistenrennen, da sich die Zweierkombination mit Christian Stauder bei der Deutschen Kleinbootmeisterschaft in München nicht als schlagkräftig genug erwiesen hatte.
Stattdessen ging er in Ratzeburg bei der internationalen Regatta auf dem Küchensee im Vierer an den Start.
Hier ging es darum, in seinem ersten Jahr in der U23 und noch dazu erstmals im Wettkampf als Teil des U23 Männer-Riementeams des Dortmunder Leistungszentrums Erfahrung zu sammeln.
Unter diesem Aspekt sind die Ergebnisse in der Kombination mit Krefeld, Limburg und Dortmund - Ausscheiden im Vorlauf am Samstag und Finalteilnahme am Sonntag - zu bewerten und auch zufriedenstellend.
Ausblick:
Im Juni stehen noch mehrere große Regattaereignisse vor der Tür:
- Der Landeswettbewerb U15 in Bochum/Witten mit den jüngsten Sportlerinnen und Sportlern der RTHC-Rennmannschaft (kommendes Wochenende)
- Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften U17/U19/U23 in Krefeld mit allen oben Genannten (25.-28.6.)
- Der World Rowing Cup III auf dem Luzerner Rotsee (26.-28.6.)
Bilder: Bild 1-2 Rudern.de / Bild 3-8 Takatomo Furumai