Jonna Thiebes gewinnt bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Plovdiv die Silbermedaille im Achter
Der Weg nach Plovdiv war alles andere als einfach...
Bereits im vergangenen Jahr hatte Jonna im Achter an den Junioren-Weltmeisterschaften in Trakai teilgenommen und dort den fünften Platz erreicht.
Für die Saison 2026 hatte sie sich vorgenommen, sich erneut für die WM zu qualifizieren und wenn möglich das Ergebnis zu verbessern.
Jedoch zog sie sich im Herbst eine Rückenverletzung zu, wodurch sie wochenlang nicht trainieren konnte und ihren Fokus stattdessen auf Rehabilitation legen musste.
Diese war erfolgreich, aber mit einem deutlich verspäteten Einstieg in die Saison ohne Leistungsnachweise bei Tests und der Kleinbootüberprüfung waren die Voraussetzungen nicht die besten.
Jedoch zeigte es sich, dass der im letzten Jahr gebildete Zweier mit Meike Mattheis wieder bestens harmonierte und ab der internationalen Juniorenregatta in München von Sieg zu Sieg fuhr.
Im Vierer ruderten beide dann zum deutschen Meistertitel und wurden schließlich im Achter für die Junioren-Weltmeisterschaften in Plovdiv (Bulgarien) nominiert.
Jonna untermauerte ihre vollständig wiedergewonnene Physis im Rahmen der Mannschaftsbildung mit einem neuen persönlichen Bestwert auf dem Ergometer.
Die Crew fand im WM-Trainingslager immer besser zusammen und zeigte vielversprechende Leistungen, so dass man mit Vorfreude und Optimismus nach Plovdiv anreiste.
Im Bahnverteilungsrennen waren die Positionen klar verteilt. Rumänien siegte, vor dem deutschen Boot, das ein gutes und stabiles Rennen zeigte, gefolgt von Großbritannien, den USA und Italien.
Sicher fühlen durfte man sich aber nicht: auch wenn gerade im Achter wegen der vergleichsweise kleinen Zahl der Boote besonders bei den Ruderinnen häufig keine Vorläufe stattfinden und die Crews deswegen auch im Bahnverteilungsrennen volles Tempo gehen, kommt es gelegentlich vor, dass taktisch gerudert wird.
Der Rückstand der USA und Italiens war also mit Vorsicht zu bewerten.
Im A-Finale galt es daher, erneut voll konzentriert zu rudern und die Trainingsleistung umzusetzen und möglichst die Leistung aus dem Bahnverteilungsrennen noch zu verbessern.
Jonna, Meike und Co. gingen das Rennen aggressiv und hochfrequent an und lagen vom Start weg in Führung. An der 500 m-Marke führte Deutschland knapp vor Rumänien, das den Spieß bis zur Streckenhälfte jedoch klar umdrehte. Andererseits war keine der anderen Crews in der Lage, das Tempo des deutschen Achters mitzugehen. Nach 1500 m lag das britische Boot an dritter Position bereits mehr als vier Sekunden zurück, während die rumänische Crew eine Länge Vorsprung auf Deutschland herausgefahren hatte.
Auf den letzten 500 m warf die deutsche Crew nochmals alles in die Riemen, was noch an Reserven vorhanden war und wurde phasenweise erneut zum schnellsten Boot im Rennen. Zwar konnte man Rumänien nicht mehr gefährden, aber den Abstand auf etwa eine 2/3 Bootslänge verkürzen.
Damit war die Silbermedaille perfekt und die Freude über die Vizeweltmeisterschaft riesig.