Ruder-EM in Varese
Die Europameisterschaft in Varese vom 31. Juli bis 2. August 2026 war für den Deutschen Ruderverband eine große Erfolgsgeschichte. Am Sonntag wurde das Medaillenkonto mit zwei Gold- und vier Silbermedaillen noch einmal kräftig aufgefüllt. In der Gesamtrechnung wurde Deutschland im Medaillenspiegel mit fünf Mal Gold, sechs Mal Silber und ein Mal Bronze Zweiter hinter Rumänien (6-1-1) und Großbritannien (5-1-0). Die exzellente Bilanz schmälert nicht, dass nicht alle Nationen mit dem besten Team am Start waren. Für das letzte, schon am Dienstag beginnende Trainingslager in Ratzeburg und die Weltmeisterschaft ab 24. August in Amsterdam ist nun viel Rückenwind vorhanden.
Sie hatten auf Gold gehofft, es wurde Silber:
Um eine Länge zog der Männer-Achter im erwarteten Duell um den Europameister-Titel gegen Rumänien den Kürzeren. Beide Boote lagen auf den ersten 1000 Metern meist gleichauf in Führung, bei 1250 Metern zog Rumänien den ersten erfolgreichen Zwischenspurt an und blieb bis ins Ziel vorne. Damit gab es den gleichen Einlauf wie im Bahnverteilungsrennen. Dritter wurde mit einer weiteren Länge Rückstand Italien. Mit einem Platztausch – Sönke Kruse ging im Wechsel mit Paul Klapperich in den Bug – hatte Trainer Mark Emke versucht, noch einige Prozente mehr an Leistung herauszukitzeln.
„Wir sind extrem gut losgefahren, das war vielleicht ein bisschen über unseren Verhältnissen“, analysierte Frederik Breuer und Julius Christ ergänzte: „Grundsätzlich bin ich zufrieden. Aber auf den dritten 500 Metern – da liegt auch die Stärke von den Topbooten aus den Niederlanden und Großbritannien, die hier fehlten – müssen wir mehr gegenhalten. Das ist eine Sache von Mut.“.
Nun kann das Team Deutschland-Achter, auch mit der Bronzemedaille des Vierers und dem guten achten Platz des Zweiers, mit gestärktem Selbstvertrauen Richtung WM blicken. „Auf dem Wochenende können wir aufbauen. Bis Amsterdam sind es noch einige Wochen. Die wollen wir nutzen, um uns zu verbessern“, sagte Bundestrainer Mark Emke. Viel Zeit zum Durchschnaufen ist nicht. Am Dienstag trifft sich das Nationalteam wieder in Ratzeburg, um sich den letzten Feinschliff zu holen.
In Amsterdam (24.-30. August) trifft der Deutschland-Achter auf ein großes Feld von 12 (!) Gegnern.
Ergebnis:
Achter, Finale: 1. Rumänien 5:25,95 Minuten, 2. Deutschland-Achter (Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Tassilo von Müller, Julius Christ, Paul Klapperich, Frederik Breuer und Jonas Wiesen (RV Münster, Frankfurter RG Germania, RC Tegel, RC Potsdam, RK am Baldeneysee, RTHC Bayer Leverkusen, Bonner RG, Bonner RG und RG Treis-Karden) 5:28,85, 3. Italien 5:31,74, 4. AIN 5:35,12, 5. 5:35,89, 6. Ukraine 5:42,82
Die Para-Ruderer Valentin Luz und Kathrin Marchand (Frankfurter RG Germania und RTHC Bayer Leverkusen) haben ihren beeindruckenden Rennen im EM-Finale des Mixed-Doppelzweiers der Klasse PR3 ein weiteres hinzugefügt.
Unangefochten gelang dem Erfolgsduo in Varese die Titelverteidigung. Dabei fuhren sie in 6:55,91 Minuten auch die schnellste Zeit ihrer Karriere. Da nicht bei einer Veranstaltung des Ruder-Weltverbandes erzielt, zählt sie nur als Championship-Rekord der EM. Die offizielle Weltbestzeit, auch von Luz/Marchand gehalten, ist langsamer (6:58,64).
Daniel Müller startete mit Jan Helmich, Susanne Lackner, Hermine Krumbein und Steuermann Till Martini im PR3-Mixed-Vierer mit Steuermann. Das Team belegte hinter Großbritannien, Italien und der Ukraine Platz vier. Für Daniel Müller war es der erste Wettkampf auf internationalem Niveau und ein großartiges Erlebnis. Die Crew wird die verbleibende Zeit bis Amsterdam für weitere Verbesserungen nutzen.
Derweil fand in Köln das traditionelle Stadtachter-Rennen statt. Wie im Vorjahr wurde es als Mixed-Wettbewerb ausgetragen. Die Um einige Externe verstärkte RTHC-Crew belegte einen guten dritten Platz.
Die nächsten Wettkämpfe für die RTHC-Athleten sind:
- Die Junioren-WM in Plovdiv (Bulgarien) vom 6.-9. August mit Jonna Thiebes im Achter der Juniorinnen
- Die A-Weltmeisterschaften in Amsterdam mit Kathrin Marchand, Julius Christ und Daniel Müller vom 24.-30. August